Erna



Ja, auch ich gebe meinen Pflanzen namen. Jüngst verabschiedet habe ich mich von Bob. Er ist langsam und elendig verreckt. Angefressen von den Katzen, nicht anständig mit Erde bedeckt, aber immer gegossen. Die Zwiebeln sind irgendwann verfault und dann war's vorbei.
Letztes Jahr im Juni habe ich mir im Aldi eine kleine Engelstrompete gekauft. Sie war so winzig und schäbig. Ihre kleinen Blättchen hingen schlaff am matten Stängel herab, eines war schon ganz braun und löchrig.
Ich nahm sie mit nach Hause, topfte sie in den größten Topf, den ich habe. Dazu warf ich die tote Rose weg, die da noch drin stand, vom letzen Sommer. Gelbe Rosen konnte ich sowieso nie so wirklich leiden. Ich hätte sie wirklich nicht ausgraben sollen, als ich sie mitten auf dem Feld fand.
Zuerst kam ein wenig Erde in den Topf, dann ein wenig Dünger, dann die arme Erna, und dann noch mehr Erde. Dann fest drücken, und mit Wasser wieder alles auflockern. Ab jetzt konnte es Erna gut gehen. Und so kam es dann auch. Sie erholte sich von den Supermarkt-Strapazen und wuchs zu einer prächten, grünen Pflanze heran. Wenn es warm und sonnig war, kam sie auf den Balkon. War es windig und kalt, stellte ich sie rein. Ich goss sie jeden Tag, oder jeden zweiten, und begutachtete jeden Tag ihre steitg größer werdenen Blätter... die auch immer mehr wurden. Ich liebte meine Erna. Und sie genoss meine Fürsorge. Mitte September stelle ich Erne ins Wohnzimmer, weil es draußen langsam zu kalt für sie wurde. Meine Mutter, ihrerseits ein Garten- und Blumenmeister und noch darüber hinaus, sagte, dass es eigentlich zu warm sei, so ganz in der Wohnung für eine Engelstrompete.
So kam Erna in den Flur, da ich ja keinen anständigen Schuppen oder Keller habe. Das Gießen vernachlässigte ich mit der Zeit, und Erna verlor auch ihre prächtigen, großen Blätter. Einer der beiden Stängel wurde grau, der andere blieb schön grün. Irgendwann kam ich auf den Trichter, dass im Flur garkein Fenster ist und sie dadurch garkein Licht tanken kann. So kam Erna zusammen mit Kate, einer Drachenpalme ihrerseits, und Leo, einem Bambusstab, ins Badezimmer direkt ans Fenster. Ob ihr die Luftfeuchtigkeit dort gut tat, wusste ich nicht. Mitte Februar 2011 aber sollte ich erfahren, ob Erna den Winter gut überstanden hatte, oder nicht. Sie bekam neue Blätter. Der graue Stab rfärbte sich langsam wieder ins Grüne zurück, und die Blätter, oben, werden von Tag zu Tag größer und mehr. Meine kleine große Erna, eine Aldi-Pflanze, winzig klein bei der Adoption, mit einem Jahr schon gute 50cm hoch. Ich bin stolz auf sie. Und auf mich. Erna wird diesen Sommer im vollen Glanze erblühen. Und vielleicht kommen dieses Jahr ja auch Blüten?
5.3.11 05:20


Heute



Mittlerweile ja eigentlich gestern...
Seit ich Student bin, ist mein Leben ja so unfassbar unspektakulär, dass sich nicht mal ein Internetweblog mehr lohnt, weil so wenig um mich herum passiert, dass ich nicht einmal inspiriert werde, kreativ zu sein.
Am Anfang dachte ich, es ist so richtig lässig, Student zu sein. Zwei mal die Woche Seminar á vier Stunden, wovon pro Woche mindestens eins ausfällt... Aber schnell merkt man, dass soviel nichts zu tun haben echt wahnsinnig macht. Man sitzt rum und hat absolut alles, was man so tun will, schon längst hundert mal gemacht. Und jeden Tag ausgehen ist auch nicht drinn, im Portemonnaie. Kurz: Es ist langweilig. Und wenn's langweilig ist, ist es unfassbar extravagant, wenn man dann mal weggeht und ganz gewöhnliche Dinge erlebt, die an der Tagesordnung standen, als ich noch Schüler war. Zunächst bin ich in die örtliche Bankfilile gegangen, um Überweisungen zu machen und diverse Aufladungen zu erledigen. Dazu musste ich insgesamt drei mal an den Bankautomaten. Davon gibt es nur einen in der Filialle. Zunächst lud ich mein Handy auf (dies war absolut notwendig, da die Simkarte sonst gesperrt worden wäre, weil ich es scheinbar 6 Monate nicht mehr aufgeladen habe >_<). Dann habe ich Geld auf meine Geldkarte geladen (denn in den örtlichen Straßenbahnen kann man nur mit Kleingeld Tickets ziehen, und sowas ist schwer aus dem Bankautomaten zu bekommen, weshalb ich auf die Geldkarte-Methode umgestiegen bin). Und zu guter letzt hab ich dann Bargeld abgehoben. Zuerst stand die schwer hechelnde Oma hinter mir. Dann stellste sie sich demonstrativ neben mich und starrte mich ganz finster von der Seite an. Dann rief sie ein genervtes "Neee" aus und setzte sich auf den Stuhl in der Ecke. Dann erzählte sie einen anderen Kunden, dass sie ja nicht so lang stehen könne. Und als ich fertig war und mein Geld in mein leeres Portemonnaie steckte, rief sie erleichtert "Na endlich!!!"
Meine Güte, ich war so richtig sauer. Ich habe schon hundert Mal meine Bahn verpasst, weil eben genau so eine Oma gefühlte Stunden braucht, um Geld abzuheben. Jeden Tag. Immer und immer wieder. Und so lang hab ich auch nicht gebraucht.

Ich fuhr also mit der Bahn in die Stadt. Wie aufregend. Andere machen das jeden Tag. Und ich vielleicht zwei mal im Monat. Zunächst ging ich in den Copyshop, weil ich endlich meine zwei T-Shirts bedruckt haben wollte, welche in meine Bewerbungsmappe kommen sollen. In dem Copyshop habe ich vor zwei Jahre ein Praktikum gemacht, und der Chef war damals hellauf begeistert von mir. Scheinbar hatte er vorher nur scheiß Praktikanten gehabt. Ich hab einfach nur das gemacht, was er gesagt hat, und ein wenig darüber hinaus Fleiß und Interesse gezeigt. Es war ein gutes Praktikum, ich habe nicht nur viel gelernt, sondern wurde gut gefordertund gefördert. Wie dem auch sei. Der Chef ließ mich die Drucke machen und den Kram auf meine Shirts pressen, wodruch ich ca. anderthalb Stunden im Copyshop tot schlagen konnte. Außerdem habe ich dadurch weniger zahlen müssen, da ja ich gearbeitet habe und nicht er.

Danach bin ich durch die Altstadt und zu den Kirchen gegangen, um meine Intrace & Outtrace Fotostrecke zu beginnen. Irgendwann im letzten Jahr kam mir die Idee, verschiedene Türen zu fotografieren. Heute habe ich das Konzept endlich visualisiert und ca. 20 schicke Türen fotografiert. Letztendlich werden davon aber nur acht veröffentlicht. Ich fotografierte eine Stahlkirchentür, eine alte Holztür, eine Wohnwagentür, eine gläserne automatische Schiebetür und noch die ein oder andere Wohnungtür, Eingangstür, Jugendstieltür, Garagentortür, Holztür, Blechtür, Papptür... zu bewundern gibt's die acht Endergebnisse (vielleicht fotogafiere ich irgendwann mal noch mehr und mache eine größere Strecke raus, so ein Projekt kann man ja quasi endlos gestalten) in meinem Portfolio (Link gibt's auf Anfrage :D ). Danach taten meine beine schon ziemlich weh, und das ganze Nichtstun hat sich gewaltig auf meine Kondition ausgeschlagen (Memo: Dringend Sport treiben. Aber ich mach ja bald Praktikum im Fitnesstudio...). Im Thalia gab es dann noch Mängelexemplare, und weil ich so viel nichts tue, lese ich recht viel, da habe ich gleich drei neue Bücher gekauft. Keines von denen, die ich auf meine "Noch-Lesen"-Liste habe, davon hab ich auch keins im Laden gefunden. Außerdem muss ich auf meine Ausgaben achten U_u (da könnte man sich fragen, ob es dann unbedingt notwendig ist, sich Bücher zu kaufen. Ist es, denn man muss sich ab und an auch was gutes tun, sonst geht man kaputt. Und an die Bücherrei (eine etage höher) habe ich echt nicht gedacht. Ärgerlich, im Nachhinein).
Und um punkt halb drei kam ich dann zur Arztpraxis, weil ich wegen meines Karpaltunnelsyndroms jetzt endlich einen Termin brauche. Natürlich war gerade Mittagspause, bis 15 Uhr. Und weil ich keinen Bock hatte, nochmal in die Stadt zu fahren, wartete ich. Währenddessen lief ich in die Südstadt und machte noch das ein oder andere Foto (u.a. Strukturfotos, eine weitere meiner Fotostrecken).
Und zum krönenden Abschluss musste ich noch zur Aldi, einkaufen. Voll bepackt mit Taschen und Tüten beschloss ich dann (da heult die Kondition) mit dem Aufzug hoch zu fahren, statt, wie üblich (ja, ich laufe immer Treppen; außer ich bin schwer bepackt oder krank) aber irgendwo stand eine Oma und hielt den Aufzug auf. Das machen die gerne mal. Die besuchen sich untereinander auf den verschiedenen Stockwerken, und wenn sie sich verabschieden, bringt die eine die andere noch zum Aufzug, und dann fällt ihnen ein, dass die doch noch ganz viel zu bereden haben. Und weil das auf dem Auzug warten immer so lange dauert, halten sie einfach die Tür öffen, sodass der Fahrstuhl nicht weg kann. Ich steh also unten, während Hanni und Gerda die Problematik der Katzenhaare auf der Couchgarnitur besprechen. Und als der Aufzug dann endlich unten ankommt, springt mir eine Oma entgegen, die "nur mal schnell Post holen und dann wieder hoch fahren will". Habe schon oft erlebt, dass sie sich dann aufregen, wenn man nicht die Tür auf hält und wartet, bis sie ihre Post haben. Aber mal ehrlich, bis sie zum Briefkasten gegangen, ihn geöffnet, geleert und wieder geschlossen haben, bin ich schon längst hoch gefahren und hab den Aufzug wieder runter geschickt.
4.3.11 00:33


Kindheit



Mein absolutes Lieblingslied in den 90gern war "Kleine Maus" von Das Modul. Damals hab ich überhaupt nicht verstanden, was die Kleine Maus mit einer Datenautobahn zutun hat. Ich hab nicht mal das komplette Wort Datenautobahn verstanden. Daten (Falls mit der Begriff geläufig war) konnte ich partout nicht mit einer Autobahn in Verbindung bringen.
Aber jetzt sitzt ich hier und höre mir mit größer Freude die alten Eurotrash Songs von Blümchen an und erinnere mich zu gern, wie ich als Kind von meinen großen Brüdern nicht nur schickaniert und geärgert wurde, sondern wie sie mich auch auch mal als Köder eingesetzt haben.
Aber bei den Nachbarn hieß es immer "Ey, ärgert die nicht, die zwei große Brüder". Und eigentlich haben mich meine Brüder doch auch lieb. Einer von ihnen hat mich zu meinem 18. Geburtstag sogar angerufen. Der ist aber schon wieder 4 oder 5 Jahre her.
2.3.11 00:25


"Keine Zeit" haben



Was macht ihr, damit ihr keine Zeit habt? Eine Mitschülerin jammert ständig darüber, dass sie keine Zeit hat. Und seit Jahren frage ich mich, was man tun muss, um keine Zeit zu haben. Vor allem, wenn man, wie diese Mitschülerin, eigentlich nichts zu tun hat? Kein Sportverein, nicht in der Musikschule, spielt in keiner Band oder engagiert sich in irgendeiner Form sozial, ehrenamtlich oder für Natur- oder Tierschutz. Was hat man zu tun, dass man keine Zeit hat, wenn man nichts zu tun hat?
21.2.11 18:05


The Dead Teddy



The Dead Teddy. So hieß mein Blog eine ganze Weile. Ziemlich lange sogar. Ich glaube, ich hatte keinen Namen so lang für meine Internetpräsenz, als "The Dead Teddy". Und dann irgendwann hab ich mich aus dem Internet zurück gezogen. Dann hieß mein Blog Schrottplatz. Weil ich finde, dass es eben nichts sinnvolles war... Müll eben. Altmaterial. Aber dann war ich wieder da. Und Altmaterial ist weg. Gelöscht. Und ja, ich bereue es. Aber es geht auf ein Neues. Und, Dead Teddy, der Name hat mir gefallen. Und deshalb  greife ich ihn wieder auf. The Dead Teddy.
19.2.11 19:30


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